Tyrannosaurier Systematik: Dinosaurier – Saurischia – Theropoda – Coelurosauria – Tyrannosauroidea – Tyrannosauridae – Tyrannosaurus rex Tyrannosaurus rex bedeutet wörtlich übersetzt „König der Herrscherechsen“. Dieser gehört zu der Gruppe der Saurischia (Echsenbeckensauria). Bisher wurden 30 Skelette gefunden, davon nur drei komplette Schädel und außerdem drei fast vollständige Exemplare (mit über 85% der erhaltenen fossilen Knochen). Diese tragen die Namen, „Sue“ (1990) und „Wankel's T-Rex“ (1992). „Jane“, die dritte im Bunde wurde 1997 gefunden und war ein nicht ausgewachsener Tyrannosaurier. An ihr erkannte man, das nicht ausgewachsene Tyrannosaurier 12 Zähne mehr besaßen als ein ausgewachsenes Tier. 1905, definierte H. F. Osborn die Spezies Tyrannosaurus rex. Es wurden damals schon zwei beinahe vollständige Skelette vom Trex gefunden. Der Vorfahre des Tyrannosaurus erschien vor etwa 139 bis 128 Millionen Jahren in China in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Dieser war etwa 1,6 Meter groß und besaß Flaumfedern. Getauft wurde er auf den Namen Dilong paradoxus, was soviel wie "besonderer Kaiserdrache" bedeutet. Vor 67 bis 65 Millionen Jahren erschien dann der bekannte Tyrannosaurus rex in Nord Amerika. Bis dahin hatten sich aus dem kleinen Chinesischen Vorfahren mehrere Gruppen anderer Tyrannosaurier ausgebildet und stellen somit einige andere Arten da. Unter diesen befinden sich zum Beispiel auch die bekannten Theropoden, Albertosaurus, Gorgosaurus, Daspletosaurus oder zum Beispiel der asiatische Tyrannosaurus bataar. Trex konnte zwischen 10 und etwa 15 Meter groß und 5 Meter hoch werden und kam dabei auf erstaunliche 7 Tonnen Gewicht.
Früher nahm man an, dass Tyrannosaurus aufrecht ging und seinen Schwanz hinter sich her zog. Heute ist man sich darüber einig, das er seinen Körper auf seinen Beinen waagerecht über den Boden hielt und sein Gewicht, das sicher zu einem beachtlichen Teil vom Schädel stammte, über den Schwanz austarierte. Allein dieser Schädel, der ausgesprochen massiv war und doch zugleich einen relativ leichten Aufbau hatte, maß weit über 150 cm! Er beherbergte die gigantischen konisch zusammenlaufenden und in der Basis fast kreisförmigen steakmesserartig gezackten Zähne. Diese „Hauer“ wurden ständig ersetzt. Wenn einer von ihnen eine bestimmte Größe erreichte und somit einen gewissen abnutzungsgrad aufwies, fiel dieser einfach aus und wurde bald durch den darunter in der Zahnhöhle liegenden ersetzt. Mit seinen gigantischen Kiefern, die mit kräftigen Muskel bestückt waren, welche zum Teil im Schädel vom Unterkiefer aus durch Öffnungen bis zum Schädeldach verliefen, konnte Trex eine Beißkraft von ca. 3 Tonnen pro Quadratzentimeter erzeugen! Er hatte einen starken Überbiss bei dem die Zähne im Zustand des geschlossenen Mauls zu sehen waren. Nach neusten Untersuchungen konnte sogar ermittelt werden wie Trex seinen Kopf gehalten hat. Demnach schritt er mit leicht gesenkter Schnauze durch die Mesozoische Landschaft. Professor Kent Stevens für Computerwissenschaften an der Universität von Oregon führte anhand eines Trex Schädels einen Sehtest durch. Dieser sollte ermitteln, wie groß das Sehfeld des Räubers war. Er vermaß die nachgebildeten Pupillen des Tieres mit einem Laser und stellte so fest, das Trex vermutlich so scharf wie ein Falke sehen konnte! Tyrannosaurus konnte seine Umwelt über die nach vorn gerichteten Augen dreidimensional wahr nehmen und so Entfernung und Position der Beute bestimmen. Ebenfalls wurde der Gehirnabguss des Mesozoischen Monsters untersucht. Man fand dabei heraus, das Trex nicht nur gut hören, sondern auch ausgesprochen gut riechen konnte. Diese drei Bereiche des Gehirns welche für Sehen, Hören und Riechen zuständig sind, waren sehr stark ausgeprägt. Trex besaß unter den Dinosauriern ein ausgesprochen großes Gehirn, damit gehörte er aber trotzdem nicht zu den schlausten (da sind eher andere Dinosaurier, wie Troodon oder Deinonychus wesendlich im Vorteil gewesen, natürlich nur in Relation von Gehirnvolumen zur Körpergröße). Den größten Teil des Hirns machten eben diese drei Bereiche aus, anscheinend brauchte Trex nicht mehr „Gehirnschmalz“, um zu überleben. Dennoch sollten wir unsere Meinung von den „dummen Dinosauriern“ überdenken, angesichts ihrer langen Herrschaft und ihrer Überlebensstrategien. Untersuchungen an dünn geschliffenen Knochen des Tyrannosaurus ergaben (an diesen kann man Jahresringe erkennen wie an Bäumen, an denen man Lebenszyklen, Krankheiten oder auch Verletzungen und Hungerperioden ablesen kann), das Tyrannosaurus sehr schnell wuchs und seine durchschnittliche Lebenserwartung bei etwas über 30 Jahren lag. Oft tödliche Verletzungen, etwa etliche Knochenbrüche und Infektionen oder unzählige Krankheiten, unter anderem Arthrose oder sogar Krebs machten ihm sicher das Leben in seinen letzten Jahren zur Qual. Das „Monster“ Trex lief auf zwei Beinen, die in drei kräftigen Zehen mit riesigen Klauen endeten. Eine vierte Zehe, die nicht auf den Boden reichte, war wahrscheinlich ohne Funktion. Die Mittelfußknochen waren stark ineinander verwachsen und erlaubten es dem Zehenläufer, das große Gewicht auf seine Zehenknochen die den Erdboden berührten, zu verteilen. Der Brustkorb wurde mit Bauchrippen verstärkt. Diese saßen an den Rippen an, und wurden über eine Art Brustbein miteinander verbunden das entlang des Bauches verlief. Die Bauchrippen versteiften den Oberkörper zusätzlich, und stützten diesen über Muskeln. Das Becken war stark mit dem Kreuzbein verwachsen, es war schmal und lang gezogen, damit die großen Beinmuskeln ansetzen konnten, wie Spuren an den Beckenknochen beweisen. Das Sitzbein (Ischium) war nach hinten gerichtet und das Schambein (Pubis) nach vorn. Zusammen mit dem Darmbein (Illium) bildeten diese Knochen das Gerüst für die Beinmuskulatur. An der Oberseite des Darmbeins saßen zu dem noch die großen Rücken- und Schwanzmuskeln an. Im Zentrum dieser drei Knochen, die paarweise vorhanden waren und am Ischium und Pubis an der Unterseite zusammenliefen, saß die Hüftpfanne, in der sich der Oberschenkelknochen bewegen konnte. An den unteren Hüftknochen (Ischium und Pubis) sind weitere Verdickungen auffällig (besonders am Pubis, welches nach unten fast spatelförmig war), an denen weitere Bein- und Stützmuskeln ansaßen. Untersuchungen ergaben, das Trex nicht gerade der wendigste Dinosaurier war und sich bei der Jagd durch ein paar Haken, welche die potentielle Beute schlug, schnell abhängen lies. Der Grund hierfür ist die Trägheit und das Gewicht des Körpers, der auf zwei Beinen ruhte. Wenn Trex einen Haken einschlug, zog ihn die Masse seines Körpers förmlich über die Mittelachse hinaus und sein Weg verlängerte sich zusehend. Ein Tier, welches auf vier Beinen läuft, kann durch seinen „Allradantrieb“ dieses Defizit der Massebeschleunigung besser ausgleichen, als es ein etwa gleich großes Tier auf zwei Beinen kann. Das scheint einer der Vorteile seiner Beute gewesen zu sein, um zu überleben. Der Tyrannosaurus rex selbst lebte hauptsächlich in der Region der US Bundesstaaten Montana, Texas und Wyoming sowie in heutigen Teilen Kanadas. Dieses Gebiet war vor etwa 65 Millionen Jahren eine Landschaft, die sich mit der heutigen Region kaum vergleichen lässt und wahrscheinlich dem berühmten Yellowstone Nationalpark sehr ähnlich war. In diesem Gebiet waren die vorherrschenden Pflanzen Nadelbäume, Eichen, Gingko und einige Palmfarne. Diese Landschaft war eine offene Waldlandschaft mit riesigen Lichtungen auf denen sich unzählige andere Tiere, wie der ebenfalls bekannte Triceratops, in Herden tummelten. Vereinzelt kam es in diesem Gebiet auch am Ende der Kreidezeit immer wieder zu Vulkanausbrüchen. Die Hitze lies die eisbedeckten Bergkuppen schmelzen. Riesige Flutwellen aus Schmelzwasser, welche sich in die Weiten des Landes ergossen, begruben eine Vielzahl von Tieren unter sich und hinterließen den Paläontologen ein recht genaues fossiles Bild der damaligen Welt. Die Debatte, ob Trex nun ein aktiver Jäger oder Aasfresser war reist nicht ab. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass Trex mit seinem Gewicht selbst nicht erfolgreich jagen konnte. Seine Größe hätte ihn verraten, so dass ein Überraschungsangriff kaum möglich war. Zudem hätte er eine Hatz nicht durchhalten können, da er trotz all seiner Kraft zu wenig Energie aus der Beinmuskulatur erbringen konnte. Es wurde errechnet, dass Tyrannosaurus rex nur etwa 16 km/h schnell laufen konnte und für eine Geschwindigkeit von 45 km/h sein Körper aus 80 Prozent Beinmuskulatur bestehen musste. Widersprüchlich erscheint dazu eine andere Analyse von John Hutchinson vom Royal Veterinary College der University of London. Hutchinson ist der Meinung, das Trex durchaus ein schneller Jäger war, aber die 40 km/h Grenze nicht überschritten haben konnte. Es erscheint nicht schnell, doch Trex würde mit dieser Geschwindigkeit jeden Olympiasieger im 100 Meter Sprint locker einholen. So sagen einige Wissenschaftler, dass er in der Lage war, kleinere oder gleich große Tiere zu erlegen. Auffällig ist bei Tyrannosaurus, dass der Oberschenkelknochen länger als das Schien- und Wadenbein war. Alle landlebenden Tiere die sich sehr schnell fortbewegen können, haben dieses Merkmal in umgekehrter weise, dass heißt, dass der Oberschenkel kürzer ist als das Schien- und Wadenbein. Die Länge des Schien- und Wadenbeins inklusive des oft stark verlängerten Mittelfußknochens ist nötig, um die für das Rennen nötige katapultartige Bewegung des Beines zu erzeugen. Ist dies nicht der Fall, wie bei Trex zum Beispiel, verringert sich der Bewegungsradius des Beines um die Knieachse eben um diesen Faktor. Das wiederum bedeutet für Trex zwangsläufig eine langsamere Laufgeschwindigkeit. Doch es gibt auch hier Wissenschaftler, die der Meinung sind, dass die Dinosaurier und somit auch Trex eine ganz andere Muskulatur und ein anderes Herz- Kreislaufsystem besaßen, als wir es heute kennen. Sollte dies der Fall sein und die Dinosaurier hätten Proteine und Sauerstoff im Muskel anders verarbeiten können, so wäre es nach Meinung dieser Wissenschaftler möglich, dass Trex ganz andere Geschwindigkeiten erreichen konnte. Herangezogen wurde hierfür die Frage zu der Physiologie der Sauropoden, welche einem im Vergleich zum Körper kleinen Schädel besaßen, sowie ein riesiges Herz, das mit ungeheurem Druck Blut dort hinein schießen ließ, ohne das der Schädel förmlich platzte. Einige Forscher sind zudem der Meinung, dass das Atmungssystem dem der Vögel glich, welches einen kontinuierlichen „Frischluftfluss“ durch eine sogenannte "Durchstromlunge" erlaubte. Es musste also bei den Dinosauriern auch andere Möglichkeiten geben, die uns noch nicht alle bekannt sind, den teilweise riesigen Körper optimal zu versorgen, ohne das dieser Schaden nahm. Weitere Untersuchungen werden es sicher in den nächsten Jahren an den Tag bringen. Aber zurück zu der angesprochenen frage, ob Trex ein Aasfresser oder aktiver Jäger war. Jack Horner zieht hierfür immer wieder gerne das Kreuzbein eines Triceratops heran. Dieser Knochen sitzt zentral im Becken und ist der wohl am schwersten zugängliche Knochen. Jack Horner fand heraus, dass an der Unterseite eines gefundenen Kreuzbein des Triceratops, also die Stelle, die normalerweise im Inneren des Tieres lag, Bissspuren von Trex zu finden sind. Horner glaubt, damit beweisen zu können, dass Trex nicht der Jäger des Tieres war, sondern nur der war, welcher anderen Jägern diese Beute streitig gemacht hat, um von ihrer Arbeit zu profitieren. Ebenfalls zieht Jack Horner einige andere körperliche Merkmale des Tyrannosaurus rex heran, wie Schädelaufbau, die Verkümmerung der Arme oder der Aufbau seiner Beine, um damit zu beweisen, das Trex kein aktiver Jäger, sondern nur ein Aasfresser gewesen sein muss. Allerdings gibt es ein Skelett eines Hadrosauriers, dem mitten aus den Schwanzwirbeln ein Stück heraus gebissen wurde. Das Besondere daran ist, das zum einen die Bissmarken zeigen, dass es ein Tyrannosaurier gewesen sein musste, zum anderen, dass die Knochen verheilt sind und der Hadrosaurus noch einige Jahre weiter lebte. Dies ist wohl einer der eindeutigen Beweise, dass Trex ein aktiver Jäger war, der seine Beute selbst erlegte. In der heutigen Zeit gibt es ebenfalls kein Tier, das ausschließlich Jäger oder Assfresser ist. Löwen verschmähen von Zeit zu Zeit auch kein Aas und Hyänen zum Beispiel jagen auch aktiv. Warum soll also nicht auch Tyrannosaurus rex beide Arten der Nahrungsaufnahme betrieben haben? Andere Wissenschaftler haben ein recht genaues Bild der Lebensweise von Trex gezeichnet. Darin spiegeln sich viele neue Erkenntnisse über Trex wider. Da sind zum Beispiel Narben an den Schädelknochen des Trex. Man glaubt, das diese von gegenseitigen Beißereien stammen und eventuell bei Rivalenkämpfen oder der Paarung entstanden, ähnlich wie bei Haien, bei denen sich das Männchen in die Brustflosse des Weibchens verbeißt. Es ist auch möglich, dass diese Narben von Erziehungsmaßnahmen stammen, als das Tier noch jung war. Vielleicht biss „Mutter Rex“ den Junior einfach mal in den Schädel, wenn dieser nicht gehorchte?! Wie auch immer scheint das Leben des Trex sehr aggressiv verlaufen zu sein. Untersuchen geben Hinweise darauf, das Trex wahrscheinlich sogar in kleinen Familienverbänden auf die Jagd ging. Wenn dies zutrifft, dann sollte ihm eine gewisse Intelligenz nicht abgesprochen werden, denn auch heute sind Tiere, die in Sozialverbänden leben, Einzelgängern oft in Hinsicht der Intelligenz weit überlegen. Zum anderen würde dann eine Jagdstrategie in einer Gruppe mit Anpirschen, Auseinandertreiben und Isolieren, um das Opfer zu erlegen, mehr Sinn machen, wenn Trex nur 16 km/h oder maximal 40 km/h schnell war. Der Erfolg war ihm so sicher. Sein Gebiss verrät ebenfalls viel über seine Ernährung. Da sind die riesigen Zähne, die im Kiefer sitzen. Mit Wurzel waren sie über 30 cm lang! Mit ihrer Hilfe packte er die Beute und stanzte wahrscheinlich regelrecht ein großes Stück Fleisch heraus, lies von seiner Beute ab und verfolgte das verwundete Tier, das bald dem Blutverlust erliegen würde. Die unglaublich kräftigen Nackenwirbel verraten ebenfalls, das Tyrannosaurus ebenso kräftige Nackenmuskeln besaß, die ihm halfen, dem gepackten Tier mit einem Ruck ein riesiges Stück Muskelfleisch zu „entreißen“. Infektionen, die Trex sicher über den Speichel in die Wunde brachte, lösten bestimmt eine Blutvergiftung aus, wie heute ein Biss des Komodowaran, der selbst übrigens tatsächlich auch weitaus größere Tiere wie zum Beispiel Kühe erlegen kann. Trex braucht so nur zu warten und seine Beute verfolgen, bis das tödlich verletzte Tier an Schock, Blutverlust oder der so eingebrachten Infektion zusammenbrach, und durch Gegenwehr für den Jäger keine Gefahr mehr dar stellte. Mit seinen kürzeren Zähnen, die sich weit hinten im Kiefer befanden, konnte Tyrannosaurus die Knochen zermalmen, um an das proteinreiche Knochenmark zu gelangen. Knochensplitter in Koprolithen (versteinerter Kot), die eindeutig Trex zugewiesen werden konnten, beweisen dies. Bemerkenswert ist, das Tyrannosaurus seine Beute dermaßen fein zermalmte, dass in einem Koprolithen von etwa 43 cm Länge, 16 cm Breite und 13 cm Höhe den die Wissenschaftlerin Karen Chin von der Universität von Colorado in Boulder untersuchte, nur noch feinste Knochensplitter zu finden waren, die wahrscheinlich von einem jungen Triceratops mit der Größe eines Ponys stammten. Im vorderen Kieferbereich steckten ebenfalls relativ kleine Zähne (sozusagen die Schneidezähne). Diese kleineren Zähne dienten vermutlich dazu, das Fleisch von den Knochen zu nagen. Alles in allem zeigt sich Trex so in einem ganz anderem Licht als das, welches einige Wissenschaftler einst von Tyrannosaurus rex zeichneten. Eine weitere Besonderheit am Schädel von Trex wurde 2004 beschrieben. Es ging um die Frage, warum einige Knochen des Schädels nicht fest, sondern nur lose mit festem Bindegewebe verbunden waren. Wie Computersimulationen zeigten, konnten diese „losen“ Verbindungen den Kopf vor Brüchen schützen, indem sie, wie in diesen Simulationen festgestellt wurde, beim heftigen Aufprallen, etwa beim Zuschnappen oder einem leichten Sturz, diese die Wucht abfederten. Was machte Trex mit den vergleichsweise kurzen Armen? Auch darüber wird gestritten. Diese Arme waren nicht sonderlich groß, hatten nur zwei klauenbewehrte Finger und sicherlich mehr Kraft als der vergleichsweise gleich große Arm eines Mannes. Die Eigenart dieser Arme bestand darin, dass der Oberarmknochen beinahe so groß war wie der übrige Teil des Armes. Also bestand der Arm von Trex zur einen Hälfte aus Oberarm und zur andern aus Ellen- Speichenknochen mit der Handwurzel, den Fingern und den Klauen. Die Arme waren allerdings nicht zu allem zu gebrauchen, da diese nur angehoben oder gesenkt werden konnten. Eine Drehung des Handgelenks gar war nur sehr begrenzt möglich. Das besondere ist, das Physikalisch gesehen durch die Hebelwirkung ein immenses Kraftpotential auf die Klauen übertragen werden konnte. Aber warum besaß Trex so kurze Arme, mit denen er sich noch nicht einmal richtig kratzen konnte? Vielleicht dienten die Arme nur noch dem Tier, um sich bei der Paarung aneinander fest zu halten. Eine recht plausible Erklärung, wenn man bedenkt, dass eine solche Paarung ähnlich wie bei Vögeln von statten ging, in dem das Männchen versuchte, seine Geschlechtsöffnung auf die des Weibchens zu pressen. Diese lag höchst wahrscheinlich auf der Unterseite der Schwanzwurzel. Um diesen Akt zu bewerkstelligen mussten diese riesigen schweren Tiere eine wahre akrobatische Glanzleistung vollbringen. Das Männchen stieg vermutlich auf den Rücken des Weibchens und versuchte so den Paarungsakt zu vollziehen. Um nicht abzurutschen, krallte sich vermutlich das Männchen in den Rücken des Weibchens mit den Armen fest. Aufgrund des hohen Gewichtes, welches die Beine des Weibchens bei der Besteigung zu tragen hatten, lag das Weibchen vermutlich auf dem Bauch während es von dem über ihrem Rücken befindlichen Männchen begattet wurde. Nach dem Akt, welcher bestimmt mit kleinen „liebevollen“ Beißereien vor sich ging, stützte sich das Weibchen auf den Armen und vielleicht auf dem Unterkiefer ab, bis der Schwerpunkt des Tieres so verteilt war, dass das Tier aus reiner Beinmuskelkraft zum stehen kam. Andere Wissenschaftler sind der Meinung, das die Größe der Arme dem Riesenwuchs der Kiefer zum Opfer fielen um Gewicht zu sparen. Diese Idee erscheint allerdings wenig plausibel, da es andere große Fleischfresser gab, bei denen die Arme nicht diese auffällige Miniaturisierung erfahren haben. Trex brauchte sicher ganz einfach keine großen Arme mehr, da er spezialisiert genug war, um ohne diese aus zu kommen. Bei Untersuchungen von Dünnschliffen an Trex´s Knochen wurde festgestellt, das bei ihm, ähnlich wie bei heutigen Vögel, Kalk an bestimmten Stellen seiner Knochen anlagert wurde, um daraus das Material für seine Eierschalen zu entnehmen. Das so grausame Monster aus dem Mesozoikum war, wenn es um seine Brutpflege ging, wahrscheinlich gar nicht so grausam. Der Fund von „Sue“ bewies zudem, das Trex sicherlich in Sozialverbänden lebte. Bei „Sue“ wurden die Skelette von zwei Jungtieren entdeckt, von denen eines bereits halbwüchsig war. Diese Annahme würde die bereits erwähnte Jagdtechnik bestätigen, und ebenfalls, dass Trex seine Jungen aufzog und ihnen das Wichtigste zum Überleben mitgab. Zweitens wurden an „Sue“ viele Knochenbrüche festgestellt, die sicherlich für ein einzelgängerisches Tier unter Umständen tödlich gewesen wären, wenn kranke oder verletzte Tiere von den Artgenossen eines Rudels nicht mitversorgt wurden wären. Somit scheint bis auf weiteres klar zu sein, dass Tyrannosaurus rex in ähnlichen Sozialverbänden lebte wie Wölfe. Ein solches Rudel besaß sicherlich ein Territorium von einigen hundert Quadratkilometern. Einem Forscherteam um Mary Higby Schweitzer von der North Carolina State University ist es erstmals gelungen, rund 68 Millionen Jahre altes, versteinertes Knochengewebe von einem Tyrannosaurus - Oberschenkelknochen wieder in einen dehnbaren und flexiblen Zustand zu versetzen. Zu aller Überraschung enthält dieses Gewebe noch elastische Blutgefäße und rote Blutkörperchen. Zudem fand Schweitzer Proteine, die auch nach Millionen von Jahren noch auf Antikörper reagieren! Vielleicht wird dieses Gewebe helfen, weiteres Licht auf das Dunkel um Trex zu werfen. Eine weitere Sensation stellt ein Fund dar, den ein Junge aus Nord Dakota machte. Dieser Fund hat direkt nichts mit dem Tyrannosaurus zu tun, dennoch darf man diesen nicht außer acht lassen, da er wahrscheinlich sehr zum weiteren Verständnis des Trex und anderer Dinosaurier beitragen wird. Das besondere an diesem Fund der schon im Jahre 2000 gemacht wurde, aber erst jetzt Wissenschaftlich von Dr. Manning beschrieben wurde, ist, dass es sich um eine Mumie eines Hadrosauriers handelt. Diese Mumie brachte die Wissenschaft zum staunen, als man mit Hilfe eines gigantischen CT-Scanners der NASA, mit dem man normalerweise Teile des Space Shuttles auf Haarrisse untersucht, nicht nur feststellte, dass dieses Fossil einer Hadrosaurier Mumie nicht nur das am besten erhaltene ist, sondern auch erheblich mehr Muskelmasse aufwies als bisher bei Dinosauriern angenommen! Die damit ermittelte höchste Laufgeschwindigkeit betrug sehr wahrscheinlich zu Lebzeiten des Tieres um die 45 Km/h! Ebenfalls ist allein der Schwanz des Tieres 25% länger als gedacht. In einem speziellen Verfahren konnte man an der äußerst gut erhaltenen Haut des Tieres ermitteln, dass dieser Hadrosaurus streifen besaß! Was bedeuteten diese neuen Daten für Tyrannosaurus? Nun es ist möglich die Daten auf den Tyrannosaurus zu in einem gewissen maße zu übertragen. Wenn Trex ebenfalls mehr Muskelmasse besaß als bisher beschrieben, ist es möglich, das auch er wahrscheinlich wesendlich schneller laufen konnte um seiner Beute nach zu stellen. Somit würde die Theorie von dem bereits erwänten Wissenschaftler John Hutchinson, nämlich das Trex die 40 Km/h erreichen konnte, in ein besseres Licht gestellt werden. Mit ziemlicher Sicherheit waren wahrscheinlich alle Dinosaurier etwas größer als geglaubt, da man erst jetzt an dieser gut erhaltenen Mumie die Dimensionen der Bandscheiben und der Knorpelschichten zwischen den Gelenken exakt bestimmen kann. Und zu guter letzt scheint auch die Hautanalyse der Hadrosauriermumie ein für alle mal die Debatte zu beenden, ob Dinosaurier nur in tristen grau oder braun gewandet waren. Trex selbst war ja schließlich höchst wahrscheinlich in der Lage Farben zu erkennen. Warum sollte er und seine potentielle Beute nicht auch getarnt haben? Vögel, unsere gefiederten Nachfahren der Dinosaurier sind ja schließlich auch nicht Farblos. Fossilien von Dinosauriern mit Federn gibt es ebenfalls sehr viele die darauf schließen lassen, dass Dinosaurier zum Teil wahrscheinlich sehr auffällig gefärbt gewesen sein müssten. Wir dürfen also alle noch gespannt sein, welch weitere Interessante Überraschungen die nächsten Jahre für uns bereit haben werden. Ihr Team von MESOART-STUDIOS © Wir hoffen, das Ihnen dieser Artikel gefallen hat. Über eine Bewertung oder eine kurze Mail würden wir uns sehr freuen. Vielen Dank
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